Aus der Serie „Colors of Tanzania

Das Tansania hinter der Postkartenidylle zu zeigen, ist das Ziel dieser Reihe. In regelmäßigen Abständen poste ich Alltagsschnipsel aus dem Leben der Tansanier.

Tansania hinter der Postkartenidylle - aus der Serie Colors of Tansania

1. Senioren ohne Unterstützung

Betagte Frauen werden zwar respektvoll bibi genannt, aber die gesellschaftliche Realität zeugt von weniger Respekt. Sie fristen häufig ein Leben in Armut, insbesondere wenn sie verwitwet sind. Sie sind nicht erbberechtigt und verlieren mit einem Schlag alle Besitztümer und Felder.

Nur 3 % der Senioren erhalten überhaupt eine staatliche Rente, meist ehemalige Beamte.

Viele ältere Menschen sind Gewalt ausgesetzt und werden diskriminiert, häufig werden alte Frauen der Hexerei bezichtigt und ermordet. Während es früher einen Versorgungspakt von Eltern und Kindern gab, sterben wegen der Aids-Pandemie viele Menschen im besten Alter, und lassen ihre Kinder als Waisen und die unversorgten Großeltern zurück.

Diese müssen sich – ohne eigenes Einkommen und Eigentum – um die Kinder kümmern, immerhin soll es in Tansania über 2 Millionen Aids-Waisen geben.

Senioren ohne Unterstützung

2. Altes Gemäuer

Es steht außer Zweifel, dass die Altstadt von Stone Town (eigentlich Mji Mkongwe, die Alte Stadt auf Swahili) historisch wertvoll ist. Die Insel Sansibar war vorübergehend nicht nur der Sitz des Omanischen Sultanats, sondern vor allem einer der wichtigsten Handelsstützpunkt im Indischen Ozean.

Dennoch haben die Zanzibaris trotz ihres Status als Weltkulturerbe kaum Verständnis dafür, die historische Substanz zu erhalten.

Immer wieder gibt es große Skandale, weil Investoren horrende Geldsummen für die Grundstücke in guter Lage bezahlen und die Stadtpolitiker und Verwaltungsbeamten schmieren.

Sie reißen die alten Gebäude ab oder renovieren sie unsachgemäß und unsensibel.

Altes Gemäuer in Stone Town

3. Sundowner für’s Herz

Wenn die Savanne am Ende des Tages in Rot- und Orangetönen leuchtet und die Erde nach einer warmen Moorpackung duftet, ist die schönste Tageszeit nicht mehr weit – it’s Kili Time!

Ein staubiger, heißer Tag im Busch geht zu Ende, die Haut lechzt nach Kühle und Linderung, die Zunge braucht unbedingt etwas Zischendes.

Dann ist ein kaltes Bier aus der Kühlbox oder ein Gin mit Tonic und vielen Eiswürfeln die beste Erfrischung, die man sich nur vorstellen kann.

Sundowner für's Herz : Kaltes Bier und Gin mit Tonic

4. Iringa – Kleinstadt im Südwesten

Iringa, eine verschlafene Stadt im Südwesten Tansanias, hat zwar für Touristen wenig zu bieten, ist jedoch sehr beliebt bei Expats (häufig aus humanitären Gründen in Tansania lebenden Ausländern, manchmal auch Geschäftstreibende und Angestellte im Tourismus) und Volunteers. Das Leben in Iringa gestaltet sich einfach und ländlich, mit einigen wenigen Restaurants und nur wenig Zerstreuung.

Durch Höhenlage auf einem Plateau sind die heißen, schwülen Monaten etwas erträglicher.

Touristen kommen in Iringa meist nur durch, wenn sie auf dem Weg in den Ruaha National Park sind, einer der schönsten und tierreichsten Landschaften Tansanias.

Iringa – Kleinstadt im Südwesten

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