Tansania ist viel mehr als nur … Kilimanjaro, Serengeti oder Sansibar. Aber wie schaut’s dazwischen aus, zwischen den Parks, abseits der Teerstraße? Wie sieht es in Gegenden aus, wo es nicht so viele Touristen hinverschlägt? Wie sieht der Alltag in Tansania aus?

Diese Blog-Reihe soll Lust darauf machen, das Tansania im Schatten des Kilimanjaro, den Alltag hinter der Serengeti und den Menschen, die Tagesreisen von der nächsten Stadt entfernt, weit weg von Touristenattraktionen leben, kennenzulernen.

Ich beschreibe Erlebnisse und Impressionen, die Tansania ebenso sehr charakterisieren, aber selten thematisiert werden.

Es ist ein Tansania der leisen Zwischentöne und lauten, schrillen Dissonanzen, echt und unromantisch, aber echt fesselnd.

1. Mangozeit in Tansania

Ab Dezember ist Mangozeit in Tansania. Die Mango-Früchte in Tansania sind gelb-rot und runder als Mangos in anderen Ländern.

Zuerst freue ich mich jedes Mal unbändig auf die Mangos, die meiner Meinung nach in Tansania besonders süss und voll schmecken.

Aber nach einigen Wochen, wo man praktisch fast täglich mehrmals Mangos isst, wird man ihnen bald überdrüssig. Sie werden überall in rauen Mengen und zu Schleuderpreisen angeboten, direkt „ab Hof“, am Markt, in kleinen Verkaufsständen am Straßenrand und natürlich auch in den Restaurants und Unterkünften, etwa nach dem Frühstück.

Den Mangobäumen wird nachgesagt, dass sie bereits im 10. Jahrhundert durch indische Handelsleute nach Ostafrika gelangten. Als der marokkanische Gelehrte Ibn Battuta im 14. Jh. die ostafrikanische Küste erkundete (und unter anderem als einer der ersten Afrika-Reisenden Kilwa sah), erwähnte er die Mango wohlwollend.

Sie hat sich besonders entlang der alten Sklaven- und Karawanenrouten ins Landesinnere verbreitet. Nach dem Verzehr wurden die Steine einfach liegengelassen und säumen noch heute den Wegesrand. Einige der heute massiven Exemplare sollen angeblich mehrere Hundert Jahre alt sein.

2. Mutiges Mädchen in Man’gola

Dieses kecke, kleine Mädchen lernten wir im Dorf Man‘gola am Lake Eyasi kennen. Wir blieben gerade stehen, um in einem duka (einem kleinen Gemischtwarenladen) Wasser zu kaufen, als sie sich uns gemeinsam mit ihren Freunden mutig näherte. Nicht immer sind die Mädchen so forsch, viel häufiger lugen sie schüchtern hinter einem Baum hervor und müssen den Burschen den Vortritt lassen!

3. Maasai shuka

Im Maasai-Land im Norden Tansanias, rund um Arusha, Makuyuni, Mto wa Mbu, dem Lake Natron oder in der Ngorongoro Conservation Area, trifft man auf Schritt und Tritt auf Maasai in ihren auffälligen gefärbten Tüchern, auf Swahili shuka genannt.

Die Wildtiere halten Maasai, die sich in die wärmenden Baumwolltücher in rot, blau oder grün hüllen, für loderndes Feuer, nehmen sie also als Gefahr wahr.

Das schützt die Krieger draußen im Busch, wenn sie mit ihren Herden unterwegs sind oder mit Gleichaltrigen auf die Walz gehen. Alle Frauen eines Maasai müssen übrigens das ein und dasselbe Muster tragen, als Erkennungsmerkmal.

4. Feurige Bougainvilleas

Leuchtende Bougainvilleas blühen überall in Tansania, aber vermehrt in besonders trockenen Regionen. Strahlend rot oder pink ranken sie sich an Hecken hinauf oder wuchern an Mauerzäunen auf Sansibar oder an der Küste.

Besonders eindrücklich erscheinen die lebendigen Farben der Bougainvilleas in staubtrockenen Dörfern mit roter Erde, wo die eisenhaltige Erde die Bougainvilleas noch intensiver strahlen lässt.

5. Pink vs. Rot

In Tansania ist es üblich, dass viele kleine Läden und Markstände mit den jeweils im Ort empfangbaren Mobilfunk-Vouchers handeln.

Um den Konsumenten zu signalisieren, welche Mobilfunk-Voucher verkauft werden, streicht man häufig die Häuschen in den typischen Unternehmensfarben.

Im Januar 2011 war der Mobilfunkanbieter Zain (pinkes Corporate Identity) schon längst an Airtel (Unternehmensfarbe rot) verkauft worden, gerade noch rechtzeitig, bevor die Steuerbefreiung für den zweitgrößten Mobilfunkbetreiber des Landes auslief. Durch den „Verkauf“ und den neuen Namen kam das Unternehmen übrigens erneut in den Genuss von großzügigen Steuerbefreiungen.

Aber während es in den Geschäften schon längst überall karmasinrote Voucher zu kaufen gab, waren die Läden (wie hier in Babati) noch in den typischen Zain-Farben (pink und grau) gestrichen.

Der freundliche Junge ließ sich übrigens breitwillig von uns fotografieren.

6. Rote Erde

An manchen Orten leuchtet die rote Erde fast so intensiv wie die Bougainvilleas. Hier, das Hinterland von Karatu, ist einer der Landstriche, die sich nicht nur gut auf Fotos machen, sondern auch in natura magisch schön sind.

7. Alltag in den Bergen

Auf den Märkten (hier in den Usambara Bergen) wird das Getreide aus großen Körben und Eimern verkauft.

Das rote Getreide ist in Tansania als ulezi (Fingerhirse) bekannt, der hauptsächlich zur Produktion von Alkohol (mbege, auch bekannt als local beer) verwendet wird.

Dahinter stehen weitere Körbe aus (grünem) Fingerhirse, Bohnen und Mais. Fotos von Märkten sind immer besonders farbintensiv und stimmungsvoll!