Am Flughafen von Dar es Salaam kam es kürzlich zu einer unschönen Szene:

Ein Tourist wurde verhaftet und musste 14 Stunden im Gefängnis von Dar es Salaam ausharren – weil er ein Souvenir aus Tierhorn in Sansibar am Markt erstanden hatte.

Über CITES

Eigentlich gehört Tansania seit 1980 dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) an, aber bis vor kurzem war den meisten Zollbeamten dieser Umstand nicht einmal vom Hörensagen bekannt. Das Abkommen  regelt den internationalen Handel von gefährdeten Arten wild lebender Tiere und Pflanzen und ihrer Produkte. Etwa 5.000 Tier- und 30.000 Pflanzenarten umfasst die Liste.

Warum man plötzlich damit begonnen hat, das Abkommen ernst zu nehmen, darüber kann ich nur rätseln. Möglicherweise erhofft sich die Regierung neue Einkommensquellen. Vielleicht erhalten Flughafenbeamte neuerdings Prämien, wenn sie Touristen hops nehmen. Es ist ebenso gut möglich, dass die verschärften Kontrollen und Einfuhrbeschränkungen die Retourkutsche für das Einfuhrverbot von Jagdtrophäen in den USA wie in der EU sind.  Die Jagd ist ja eine der größten Einnahmequellen des Staates, weswegen er keinen Spaß damit versteht, wenn einzelne Länder den Import erschweren oder gar unmöglich machen.

Aus diesem gegebenen Anlass empfiehlt es sich, beim Souvenirkauf folgende Regeln zu beherzigen:

1. Nicht die Händler sind in der Pflicht, sondern ausländische Konsumenten

Tansanische Händler verkaufen alles, was Geld einbringen könnte, ungeachtet dessen ob das Produkt legal oder illegal ist.

Als Besucher muss man zu 100 % Eigenverantwortung übernehmen!

2. Verzichten Sie vollständig auf Tiererzeugnisse – so entgehen Sie im Zweifelsfall Problemen

Dazu zählen folgende Souvenirs und Produkte:

  • Tierhorn (von Rindern oder Ziegen, aber auch von Elefanten oder Nashörnern)
  • Tierhäute
  • Tierzähne
  • Muscheln

Tansania und Sansibar sind reich an anderen, unverfänglichen Souvenirs, die ebenso wunderbar in europäische Haushalte passen, z. B. bunte Stoffe, Gewürze, Tansanit, Kosmetikerzeugnisse, etc.

Eine Augenweide und zudem unverfänglich: Gewürze, wie hier vom Darajani Market

3. Rechnung und Zertifikat vonnöten

Wer es dennoch nicht lassen kann, benötigt eine ordentliche Rechnung sowie ein Zertifikat oder eine Permit.

  • Für Kuhhorn oder Kuhfelle benötigt man eine Ausfuhrgenehmigung des Landwirtschaftsministeriums.
  • Für Häute, Zähne oder Horn von Wildtieren benötigt man eine CITES- Ausfuhrgenehmigung.

Die Ausfuhr von Muscheln ist ausnahmslos verboten!

4. Holzsouvenirs sind keine Alternative

Im März 2015 gab es eine kurze Episode von wenigen Tagen, wo die Regierung auf Holzschnitzereien und -souvenirs Extragebühren einheben wollte. Bei einem Wert unter 300 USD sollten Touristen 27 USD an verschiedenen Gebühren auslegen, für Produkte über 300 USD gar 140 USD. Pro Kilogramm wurden zusätzlich 2,5 USD an Lizenzgebühren (royalty) eingefordert.

Nach wenigen Tagen hatte der Spuk ein Ende, nachdem die Schnitzer, Händler und Mittelsmänner lauthals protestierten. Man fürchtete immense Einbußen für Tausende von Menschen, die in die Erzeugung und den Handel der Holzsouvenirs involviert sind.

Für Tinga-Tinga-Bilder gilt: Made in Tanzania und sie zerstören keine Ressourcen

Zwar gibt es im Moment keine Einschränkungen für Holzsouvenirs, dennoch appelliere ich an Sie, auf diese zu verzichten. Sie unterstützen damit die illegale, unkontrollierte Abholzung, die ohnehin durch die flächendeckende Verwendung von Feuerholz schlimm genug ist.

Einzige Ausnahme ist Dhow-Holz oder Altholz, woraus Deko und Möbelstücke gefertigt werden.

Wie endet ein falscher Kauf im schlimmsten Fall?

Wer erwischt wird oder an den falschen Beamten gerät, muss bis zu 2 Wochen im Gefängnis rechnen. Am Ende wird man einem Richter vorgeführt, der dann das Strafmaß (in USD) festlegt.