Klar, niemand malt gerne den Teufel an die Wand und beschäftigt sich mit unangenehmen Dingen, die bei einer Reise nach Tansania eintreten könnten. Trotzdem: Moskitos und Malaria gehören zu Tansania wie der Kilimanjaro und die Löwen.

Ich will es nicht verharmlosen: Malaria kann tödlich sein, aber äußerst selten für Kurzzeit-Besucher. Die größte Gefahr bei Malaria besteht darin, dass man sie unbehandelt lässt. Da können ein paar Stunden bereits entscheidend sein.

Malaria: Gründe für die hohe Sterblichkeitsrate

Die hohe Malaria-Rate in Afrika hat viele Ursachen:

  • Durch die Mangelernährung haben die Menschen kaum Abwehrkräfte.
  • Mütter sehen ihre Kinder oft den ganzen Tag nicht und so bringt man die Kinder immer viel zu spät zum Arzt.
  • Viele Familien wollen in den engen Zimmern keine Moskitonetze aufhängen, weil es unter den Netzen keine Luftzirkulation gibt. Durch die Netze wird das Zimmer noch stickiger und man schläft schlecht.
  • Manche Väter wollen kein Geld für die Behandlung ihrer Kindern ausgeben, weil sie für denselben Preis lieber in eine Flasche Bier im Gasthaus investieren.

Grundsätzlich ist Tansania also ein Malaria-Land, ABER wenn man die Lebensumstände der Mücken kennt, kann man die Gefahr besser einschätzen.

Viele Kinder sind sich selbst überlassen und dadurch besonders gefährdet

Der Lebensraum der Moskitos

Malaria-Mücken leben in einem Radius von 30 – 40 m, d.h. sie fliegen nicht besonders weit und bleiben in ihrem angestammten Gebiet. Zudem kann Malaria ja nur dann übertragen werden, wenn die Mücke zuerst einen infizierten Menschen gestochen hat und dann erneut eine weitere Person sticht und die Erreger übertragen. D.h. am höchsten ist die Gefahr von Malaria in Siedlungen, Dörfern und Städten.

Daher ist in erster Linie sinnvoll, sich nicht länger als notwendig in den großen Städten aufzuhalten.

Tendenziell sind also Nächte in einem Camp im Busch ungefährlicher als Übernachtungen in der Stadt.

Die aktiven Stunden der Moskitos

Man muss wissen, dass die Malariamücken nur von 17 Uhr bis 9 Uhr morgens (circa) fliegen. d.h. ab 17 Uhr sollte man sich mit No bite oder Antibrumm grossflächig einschmieren, selbst in der Nacht im Bett.

Deshalb ist es auch wichtig, beim Essen (Abendessen, Frühstück, immer dann, wenn man ruhig sitzt und die Mücken landen können) alle offen gelegenen Stellen mit Antibrumm o.ä. zu bedecken.

Schlafen unter dem Moskitonetz oder in einem Zelt sind ohnehin Standard beim Reisen in Tansania.

Kühlere, höher gelegene Gegenden sind malariafrei

Es gibt Gebiete und Jahreszeiten, wo Malaria aufgrund der kühleren Temperaturen in manchen Monaten nicht so ausgeprägt oder ganzjährig gar nicht vorhanden ist.

Der auf 2000 m gelegene Ngorongoro Crater ist ganzjährig malariafrei, ebenso die Bergregionen um den Kilimanjaro und den Mount Meru. Die Usambara Mountains gelten besonders im tropischen Winter (Juni – Oktober) als malariafrei.

Höhere, kühlere Lagen, wie z. B. die Crater Highlands, gelten als malariafrei

Weniger Moskitos im tropischen Winter

Von Juni bis September sinken die Nachttemperaturen vielerorts auf unter 10 Grad, besonders im Norden Tansanias. In weiten Teilen des Nordens, also Tarangire, Serengeti oder West Kilimanjaro Area wird es in den Nächten so kalt, dass die Mückenlarven nicht überleben können.

Weniger Moskitos in der Trockenzeit

Wo keine Wasserlöcher, da auch keine Moskitos. Wenn also im August und September langsam die Pfützen, Sümpfe, Wasserlöcher und Flüsse austrocknen, haben auch die Moskitos keine Möglichkeiten mehr, ihre Larven zu verstauen.

Im Busch, wenn’s besonders trocken und die Landschaft goldbraun ist, stehen die Chancen hoch, dass es kaum Malariamücken gibt.

Je trockener, desto besser! Ohne Wassertümpel und stehende Gewässer gibt es keine Malaria.

Fazit: Eine Reise nach Tansania birgt in vielen Monaten und an zahlreichen Orten zur passenden Zeit nur ein relativ kleines Malaria-Risiko, das man zusätzlich noch verkleinern kann, indem man diszipliniert ab 17 Uhr (bis 8 Uhr morgens) auf Antibrumm nicht verzichtet.

Nachtrag: Sansibar gilt übrigens offiziell als malariafrei, weil die Regierung großflächig Pestizide spritzt.